Riga

LETTLAND (Republik Lettland, Latvijas Republika) - RIGA

FAKTEN

Riga: das Tor zum Westen!
Die lettische Hansestadt Riga am Meer wurde von Bremer Kaufleuten gegründet. Für deutsche Ritter war das befestigte Bollwerk der Ausgangspunkt für die Eroberung des Baltikums. Riga kennzeichnen alle Attribute einer Großstadt: ein breiter Fluss mit gewaltigen Brücken, mehrspurige Straßen, fünfstöckige Mietskasernen, unverschämte Preise und Verkehrschaos. Die Stadt ist in 6 Distrikte eingeteilt: Centra, Kurzeme, Ziemeļu, Latgale, Vidzeme and Zemgale districts.

Lage: Riga liegt an der Ostsee an der südlichen Küste des Golfs von Riga, ungefähr 10 km entfernt von der Einmündung der Daugava, wo sie in den Golf von Riga fließt.

Größe: 307.170 km2

Klima: gemäßigt, aber mit beträchtlichen jahreszeitlichen Temperaturschwankungen: Sommer warm, Frühling und Herbst kurz und relativ mild, Winter sehr lang (Oktober bis April) mit extremen Minusgraden (bis -25 Grad).

Bevölkerung: z.Z. ca. 733.000 Einwohner (bisher fallende Tendenz), 55.4% - females

Landessprache: Lettisch (alleinige Staatssprache); Russisch weit verbreitet

Religionen/Kirchen: Evangelisch-Lutherische Kirche, Römisch-Katholische Kirche, Russisch-Orthodoxe Kirche, Jüdische Synagogengemeinschaft, Deutsche ev.-luth. Kirche

Nationaltag: 18. November (Tag der Proklamation der Republik Lettland 1918), Wiedererlangung:
21. August 1991

Währung: 1 EUR = 0,7028 LVL; 1 LVL = 1,42 EUR (seit Januar 2005)

GESCHICHTE
Während des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Riga zum Zentrum und Bindeglied des geistigen Austausches zwischen dem Russischen Zarenreich und Westeuropa. Riga war das Einfallstor, hier trafen sich neue Ideen aus Ost und West.
Nachdem Lettland im August 1991 nach Jahrzehnten der politischen Bevormundung im Zuge der politischen Umwälzungen in Mittel- und Osteuropa die lang ersehnte staatliche Unabhängigkeit erlangte, öffneten sich in Lettland auch die Bereiche der Kultur und Wissenschaft für neue Möglichkeiten der internationalen Kooperation.

1198 erstmalige urkundliche Erwähnung der Stadt

1201 Gründung der Stadt Riga durch Albert von Bremen (3. livländischer Bischof)

1282 Beitritt zur Hanse

13. Jh. Boom des Handels in Riga, Riga wird Vermittler zwischen Ost und West

1547 Großer Stadtbrand

16.Jh.-18.Jh. nach mehreren Kriegen erst unter Polens, dann Schwedens Herrschaft, später unter Russlands

1733 Weihe der reformierten Kirche

2. Hälfte 19.Jh. Industrialisierung und Handelsaufschwung. Riga wird wichtigster Hafen Russlands, zweitgrößte Stadt im Westen Russlands

1918 (Nach 1. WK)Tag der Proklamation der Republik Lettland

17. Juni 1940 Besetzung durch die Sowjets

nach 2. WK Riga wird wichtigste Militärbasis der Sowjetischen Republik

seit 1991 Riga wieder Hauptstadt des unabhängigen Lettlands

SEHENSWÜRDIGKEITEN
Die Hauptsehenswürdigkeiten konzentrieren sich auf die Altstadt, die auch UNESCO-Weltkulturerbe ist. Die Altstadt ist das historische und geographische Zentrum Rigas am rechten Ufer der Daugava (deutsch: Düna) gelegen und hat sich ihren Festungscharakter trotz der Schleifung der Befestigungsanlagen und Wälle 1857-1863 bewahren können. Die nach dem Abriss der Stadtmauer entstandenen Freiflächen wurden zu einem Stadtpark mit Stadtkanal umgestaltet, der heute die Altstadt von der Neustadt trennt.
Sehenswürdigkeiten in der Altstadt sind:
Petrikirche Die Petrikirche war im Mittelalter die Hauptkirche Rigas, 1209 erstmals erwähnt.
Im Laufe der Zeit wurde der Turm aus Holz insgesamt vier mal zerstört, zuletzt am 29. Juni 1941 als Artilleriegeschosse die Kirche trafen, sie ausbrannte und den Turm zum Einsturz brachten. Der Wiederaufbau begann 1973, dabei wurde ein Fahrstuhl eingebaut.
Bei jedem Wiederaufbau wurde ein Glas von der Turmspitze geworfen. Die Anzahl der Scherben, in die das Glas zerbricht, soll die Jahrhunderte symbolisieren, die der Turm stehen bleiben wird. Beim letzten Wiederaufbau 1973 ist das Glas in unzählige Teile zerbrochen, man sagt deshalb, dass die Petrikirche nun bis in alle Ewigkeit stehen wird.
Dom St. Marienvon Stadtgründer Bischof Albert 1211 gestiftet, größter Kirchenbau des Baltikums, berühmt für seine prächtige Orgel,
Schwarzhäupterhaus
Das Schwarzhäupterhaus (lettisch: Melngalvju nams) auf dem Rathausplatz der lettischen Hauptstadt wurde 1334 als das “Neue Haus der Großen Gilde” erstmals urkundlich erwähnt. Es diente sowohl den Kaufleuten als auch der vorwiegend deutschen Bürgerschaft Rigas für Zusammenkünfte.
Drei Brüder
Die drei ältesten Wohnhäuser der Stadt, das älteste Haus aus dem 15. Jh., repräsentieren unterschiedliche Abschnitte der Architektur Rigas
Große und Kleine Gilde
Gebäude für die Verbandstreffen der Kaufmannsvereinigungen: wohlhabende Händler, Pfarrer, Goldschmiede in der großen Gilde, einfachere Krämer in der Kleinen.
Okkupationsmuseum
Zeigt die Geschichte des lettischen Volkes während der Sowjetzeit
Freiheitsdenkmal
42 m hohe Bronzestatue, greift als personifizierte Freiheit nach drei Sternen, Sinnbilder für Lettgallen, Livland, Kurland, 1935 errichtet
Rigaer Schloss
Ordensburg (erbaut um 1330), mehrmals zerstört und wieder aufgebaut, heute residiert die lettische Präsidentin darin

Sehenswert sind weiterhin auch die zahlreichen Jugenstilfassaden in der Neustadt (insbesondere in der „Alberta iela“ und der „Elizabetes iela“) sowie der 368,5 Meter hohe Fernsehturm (Televīzijas tornis) auf der Insel Zaķusala (dt. “Haseninsel”).

KULTUR
Bildung und Kultur nehmen einen zentralen Platz in der öffentlichen Diskussion in Lettland ein. Die Erwartungen, die an die deutschen Bildungs- und Kulturmittler in Lettland gestellt werden, sind daher hoch. Vor allem bei der Förderung der deutschen Sprache und im Hochschulbereich wird von Seiten der lettischen Regierung und lettischer Institutionen ein weiterhin aktives und großzügiges Engagement Deutschlands erhofft.
Deutsch-lettische Kulturprojekte finden größtenteils über die direkte Zusammenarbeit von deutschen und lettischen Institutionen, vor allem auf Städte- und Gemeindeebene, z.B. zwischen Theatern, Opern, Orchestern, Chören und Museen, statt. Das Goethe-Institut Riga bietet Film-, Theater-, Musik- und Literaturprojekte, Ausstellungen und Vorträge sowie Veranstaltungen der Lehrerfortbildung und Sprachkurse an.

Kunst
(Geschichte)
Der kleine baltische Staat Lettland, der heute gut 2,3 Millionen Einwohner zählt und seit 2004 EU-Mitglied ist, war von 1721 bis 1918 unter der Herrschaft des russischen Zaren. Nach der Proklamation der Unabhängigkeit 1921 entstand hier in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen eine eigenständige Kunst, die Vorbilder der westlichen Avantgarde - vor allem französischer Impressionismus, Postimpressionismus, Fauvismus und Kubismus wie auch Neue Sachlichkeit - zwar adaptierte, sie aber auf die in der russischen Malerei bereits etablierten Sujets wie Porträt, Stilleben, Landschaft, Interieur- und Figurenmalerei übertrug bzw. sie eigenständig weiterentwickelte. Übernommen wurden meist nur Stilelemente, doch neigte die lettische Avantgarde weder zu Extremen in Farbe und Form wie der Westen noch betrieb sie eine Demokratisierung der Kunst wie die russischen Konstruktivisten nach der Oktoberrevolution, die ihre Ideen in den Dienst der industriellen Produktion und in der visuellen Mobilisierung der - analphabethischen - Massen stellten: Wladimir Majakowskis vielzitierter Aufruf von 1918, die Straßen zum Pinsel und die Plätze zur Palette zu machen, fand in Lettland keinen Nachhall; Kunst wurde in der jungen Republik zum Spiegel der eigenen Kultur und Sozialgeschichte.
Neben dieser avantgardistischen Strömung griff in Lettland ein Neoprimitivismus im Sinne einer archaischen Moderne auf das traditionelle Thema der bäuerlichen Lebenswelt oder - besonders in der angewandten Kunst wie die Porzellanmalerei - auf das eigene ethnografische Kulturerbe, die als “primitiv” angesehenen volkstümlichen Bilder der russischen Vergangenheit, zurück, um dem neuen Nationalbewusstsein seinen Ausdruck zu verleihen. Interessante Neuerungen gingen dabei aus der Synthese ethnografischer und moderner Formenelemente hervor. Viele Maler waren zugleich Bühnenbildner oder in der Gebrauchskunst tätig. Mit dem unblutigen Putsch Karlis Ulmanis 1933 und schließlich ab 1940 mit der Etablierung des Sowjetregimes in Lettland versiegte diese kurze Blüte einer lettischen Moderne, die sich nun dem propagierten Sozialistischen Realismus zu beugen hatte: ideologisch übertünchte gewinnende Szenen aus dem Leben der Bauern und Arbeiter. Das Andenken an emigrierte Künstler wurde verunglimpft, Oppositionelle vom staatlichen Mäzenatentum ausgegrenzt oder mit Ausstellungsverbot belegt, andere wurden verhaftet oder gezwungen, in Sibirien en plein air zu malen. Einen künstlerischen Ausweg bot die Flucht in eine malerische Romantik bzw. in unverfängliche Themen wie Stillleben und Landschaft. Das Tauwetter unter Chruschtschow lieferte zwar die Möglichkeit zu größerer künstlerischer Freiheit, doch erst die Generation der ab 1950/60 Geborenen wagte es, den Kontakt zur internationalen Kunstszene wieder aufzunehmen: sie kam, nun im Rückgriff auf die eigene wie ausländische Avantgarde und auf die Alten Meister zu überraschenden Bildlösungen, welche auch surreale, abstrakte und groteske Elemente und Formen verstärkt integrieren. Die Rückbesinnung auf die eigene Kultur der zwanziger und dreißiger Jahre wurde dabei zu einer wichtigen Voraussetzung für die kulturelle Erneuerung des wieder demokratisch gewordenen Lettlands. …
Literatur
Film
Fotografie
Musik
Die Letten bezeichnen sich als ein Sängervolk. Die Volksliedertradition ist das wichtigste Symbol für die Selbstidentifikation der Nation.
So existiert für die Universität in Riga sogar eine eigene Hymne.
Architektur
Baustile verschiedener Zeiten bestimmen das Stadtbild, hier findet man mittelalterliche Hansespeicher ebenso wie den sozialistischen Betonklotz. Besonders der Jugendstil hatte es den Einwohnern von Riga angetan. Um die Jahrhundertwende wurden ganze Stadtviertel in diesem Baustil erbaut. Durch die verschiedenen fremden Einflüsse entstand eine Mischkultur aus lettischen, deutschen, russischen und polnischen Elementen.
Die “University of Latvia” (1866-1903):
Das Gebäude der Polytechnischen Schule Rigas (später dann Polytechnisches Institut und heute die „University of Latvia“) spielt eine wichtige Rolle im Stadtbild Rigas. Das Gebäude mit seinem erhabenen, monumentalen Erscheinungsbild und den bestimmenden römischen und byzantinischen Architekturelementen wurde von Gustav Hilbig entworfen und ab 1866 erbaut.

UNIVERSITÄT
An den Hochschulen in Lettland studierten 2003/2004 126.756 Menschen, davon ca. 90.000 an den 20 staatlichen, 30.000 an den 15 privaten Hochschulen. Die Studiengebühren sind weiter ansteigend, nunmehr ca. 750 Euro an staatlichen sowie 1.000 – 2.000 Euro an privaten Hochschulen pro Studienjahr.
Die “Universität Lettlands” wurde am 28. September 1919 auf der Basis der vorigen Polytechnischen Hochschule Rigas . 1923 wurde die Universität dann unbenannt in „Universität Lettlands“ („Universitas Latviensis“).
Zwischen 1919 and 1940 war die „Universität Lettlands“ das größte Zentrum höherer Bildung, Wissenschaft und Kultur. Das vorige Gebäude der Polytechnischen Schule ist heutzutage immer noch das Symbol der Universität.
In den Jahren der Vorkriegszeit war es möglich, nicht nur an der “Universität Lettlands sondern auch an dem Konservatorium Lettlands und der Kunstakademie höhere Bildung zu erlangen. Die Universität Lettlands ist die erste “klassische” Universität in der Geschichte Lettlands und folgt dem Slogan “Scientiae et Patriae”.
Während der Zeit wurden Einrichtungen die “Latvian University of Agriculture”, “Latvian Academy of Medicine”, “Riga Technical University” von der Universität Lettlands abgetrennt und wurden bekannte Bildungs- und Forschungszentren.
Seite an Seite mit der Bildungseinrichtung sind die Flagge, die Hymne, das Emblem der Universität, die Kette des Direktors und das offizielle Gewand des Direktors, des Vize-Direktors und des Dekans als Attribute des Universität Lettlands erneuert worden.
WIRTSCHAFT
Das BIP-Wachstum ganz Lettlands betrug 2004 8,5%. 70% des BIP werden im Dienstleistungssektor erwirtschaftet, ein Fünftel von der Industrie. Die offizielle Arbeitslosenquote Lettlands betrug im Januar 2005 8,6%.

… and here you find an european impression of Riga in front of the town hall…

Melanie

Riga is Europe