Dublin

»Dirty old Dublin« habe sich zur europäischen »Chic-City« gemausert
– so heißt es in meinem brandneuen Reiseführer. Was heißt denn das?
Das Dublins Lebenshaltungskosten Rekordniveau erreicht haben,
habe ich nun schon aus mehreren Ecken gehört, aber ist Chic=teuer?
Geht diese Gleichung auf? Mathe hatte ich zu Schulzeiten bei erster Gelegenheit abgewählt, also muss ich die Lösung auf einem anderen Weg finden.

Ich fliege nun also hin nach Dublin, am 3. Oktober – und habe noch eine Menge anderer Aufgaben im Gepäck. Voller Spannung blicke ich einer fremden Metropole entgegen, welche ich hier erst einmal genauer unter die Lupe nehme:

FAKTEN:
Dublin ist die Hauptstadt der Republik Eire (Irland) und liegt im Nordosten des Landes, der Fluss »Liffey« führt direkt durch die Innenstadt und teilt Dublin in Nord und Süd.

Gälischer Name: Baile Àtha Cliath
Fläche: 922 km2
Bevölkerung: In der Stadt ca. 560 000, Im Großraum ca. 1,5 Mio
Religion: ca. 93% römisch-katholisch

GESCHICHTLICHES:
Irland, dessen Freistaat 1922 gegründet wurde, ist politisch betrachtet ein »junges« Land. Denen, die nach Unabhängigkeit strebten, wie die Teilnehmer des Osteraufstandes von 1916, wird in vielerlei Hinsicht gedacht: Denkmäler wurden errichtet, Gedenkstätten und Ausstellungen geschaffen, Straßen und Brücken nach ihnen benannt.

SEHENSWÜRDIGKEITEN:
• das Wunder »Temple Bar«: Vom schäbigen Altstadtviertel zum Szene-Viertel. Temple Bar ist dank Investitionen von über 100 Mio irischen Pfund nun Dublins Kultur- und Unterhaltungszentrum.

• Howth: Die gebirgige Halbinsel im Nordwesten Dublins hat einen athmosphärereichen Hafen – einen der wichtigsten Fischereihäfen Irlands.

• Bank of Ireland: Die heutige Bank wurde als erstes der großen palladianischen Gebäude Dublins 1729 von Edward Lovett Pearce als Haus für das irische Parlament errichtet. Durch die Schalterhalle mit hoher Kassetttendecke gelangt man in das original erhaltene ehemalige Oberhaus – einem der schönsten georgianischen Innenräume Dublins.

• Dublin Castle: Das ungeliebte Bollwerk der englischen Macht wurde von 1204 auf Befehl von König Johann Ohnelands errichtet und steht heute im Prunk von funkelnden Lüstern, offiziösen Gemälden, Säulen, Stuck und vergoldeten Girlanden.

• Guinness Storehouse: Hohe angeschwärzte Ziegelsteinfassaden der alten Lagerhäuser führen den Weg in Dublins 1759 von Arthur Guinness gegründete Brauerei.

• Ha´penny Bridge: Das 1815/16 errichtete Schmuckstück viktorianischer Eisengusstechnik verdankt seinen Namen dem halben Penny Maut, den man bis 1916 für die Überquerung der Fußgängerbrücke über die Liffey zahlen musste.

LITERATUR:
Dublin wird auch die Stadt der Dichter genannt. Kaum ein Fleck, auf dem nicht ein berühmter Schriftsteller wie Oscar Wilde oder George Bernard Shaw seinen Fuß gesetzt hätte, kaum ein Tresen, an dem Brendan Behan und Flann O´Brien nicht getrunken hätten. Saufen und Schreiben war bei der Bier-Bohéme eins. Auch Bram Stoker trank in Dublin Guinness und schrieb. Und dann natürlich James Joyce.
Auch heute ist Dublin ein lebendiges Zentrum zeitgenössischer Autoren.

In meinem Reiseführer werden mir noch Pubmanieren nahegelegt und in welcher Form ein Small-Talk angebracht ist.
Das Wetter ist dann Thema Nummer Eins; es ist nie schlecht, und wenn es einmal schlecht ist, redet man darüber, dass es morgen besser wird.

Ich mag diese optimistische Einstellung und freu mich jetzt schon auf diese abwechslungsreiche Stadt, sowie auf das ein oder andere Guinness!
LG, Steffi