Lissabon

Als größte Stadt Portugals mit dem wichtigstem Hafen, dem Regierungssitz, den obersten Staats- und Regierungsbehörden, sechs Universitäten und der Akademie der Wissenschaften ist Lissabon das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes.

Ein paar geschichtliche Daten:
- Anfang des 16. Jahrhunderts ist Lissabon mit 350.000 Einwohnern die größte Stadt der Welt
- 1569 fordert eine Pestepidemie in Lissabon und Umgebung 60.000 Menschenleben
- Am 1. November 1755 wird Lissabon durch ein starkes Erdbeben zu zwei Dritteln zerstört.
- 1994: Lissabon war Kulturhauptstadt Europas
- 1998 fand die EXPO in Lissabon statt

LITERATUR

FERNANDO PESSOA (1888-1935) gilt als bedeutendster moderner Dichter des Landes, er verfasste den zweisprachigen Reiseführer „Lisbon. What the tourist should see“. Ihm zu Ehren wurde sogar ein bronzenes Denkmal gesetzt.
Livro do desassossego (dt. Buch der Unruhe) gilt als sein wichtigstes Werk.
JOSÉ SARAMAGO (*1922 ) ist ein portugiesischer Romanautor, Lyriker, Essayist, Erzähler, Dramatiker und Tagebuchautor. 1998 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen.

ARCHITEKTUR

Die MANUELINIK, eine portugiesische Variante der Spätgotik, spielt eine große Rolle. Der dekorativ-verspielte Stil (benannt nach König Manuel I., 1495-1522), entstand Anfang des 16. Jahrhunderts. Die Künstler wurden inspiriert von exotischen Abenteuern der Entdecker und Seefahrer. Deshalb finden sich oft steinerne Ornamente in Form von Tauen, Knoten, exotischen Pflanzen und Tieren.
Ein schönes Beispiel dieser Architektur ist das Hieronymuskloster in Belém.
Hieronymuskloster in Belém

MUSIK

Die portugiesische Musik ist hauptsächlich durch den FADO gekennzeichnet. Dieser entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, das Wort stammt vom lateinischen fatum (Schicksal)
Der Gesang wird von zwei Zupfinstrumenten (Gitarre und einer Art Laute) begleitet.
Themen sind: Liebe, Lissabon, Hoffnung, saudade (typische portugiesische Grundstimmung, in etwa: Wehmut, Fatalismus, Sentimentalität, Melancholie), es gibt aber auch heiteren Fado
Bemerkenswert: 1990 starb Amália Rodrigues, die „Königin des Fado“, woraufhin eine dreitägige Staatstrauer angeordnet wurde.
Neue Nr.1: Camané, Malfada Arnauth, Mísia

Um 12 Uhr begannen wir unseren Weg durch Europa am Rathaus von Lissabon. Im Rathaus fand gerade eine Foto-Ausstellung statt und es gibt mehrere Steintafeln, auf denen die Namen aller bisherigen Bürgermeister festgehalten werden. Das Rathaus wurde 1875 erbaut und besitzt eine neoklassistische Fassade sowie allegorische Figuren im Giebelfeld, die Freiheit, Künste, Wissenschaften, Handel und ähnliches darstellen. Die Deckenbemalung im Inneren stammt von José Malhoa und Columbano Bordalo Pinheiro (beide aus Lissabon).
Rathaus
Da das Rathaus sehr nah am Tejó-Fluss liegt und wir ja sternförmig von Lüneburg weg, also nach Südwesten, laufen mussten, gings also zur Fährstation.
Die Abfahrt war um 12:45 Uhr, die Ankunft 10 Minuten später. Danach ging auf der anderen Seite des Flusses weiter durch Almada: ein Arbeiterviertel, in dem es nicht den aus Lissabon bekannten „Alt-Neu-Mix“ von Häusern gibt, sondern die Fassaden zum Großteil ziemlich verkommen sind. Auf den Straßen ist um die Mittagszeit nur wenig los, da wahrscheinlich alle in der Stadt sind, um zu arbeiten. Die wenigen Leute, die auf der Straße unterwegs waren, kennen und grüßen sich alle gegenseitig und können bei einigen kleinen Straßenhändlern einkaufen (vor allem Obst).
In Bezug auf die Architektur ist uns aufgefallen, dass es hier quasi keine manuelinischen Elemente gibt, die doch eigentlich so typisch für Portugal sind.


Almada

Nach 2 Stunden gelangten wir am Fuß der „Christo Rei“- Statue an, sozusagen dem Ziel unserer „Mission“. Sie ist auf einer ca. 110m hohen Erhebung erbaut und misst insgesamt ebenso viele Höhenmeter (Sockel 82m, Statue 28m). Sie wurde 1959 von Papst Johannes XIII. eingeweiht (per Radio-Ansprache). Die Statue symbolisiert, dass Portugal nicht am 2. Weltkrieg teilgenommen hat.

Christo Rei

Da wir die Europa-Aufkleber nicht rechtzeitig bekommen haben, aber trotzdem ein Zeichen hinterlassen wollten, mussten wir ein wenig improvisieren (haben wir euch ja schon berichtet).
\"Aufkleber\"

Wir genossen nach der durch Hitze und Bergen recht anstrengenden Wanderung noch ein wenig den Ausblick. Zum Beispiel auf die „Ponte de 25 Abril“, die die Verbindung für Pendler zwischen Almada und Lissabon bildet.

Ponte de 25 Abril

Svenja Hehlgans