Wien

“Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert, die Straßen anderer Städte mit Asphalt.”
(Karl Kraus)

Strahlend hergerichtet, lebendig, mondän, selbstbewußt und ungeheuer liebenswert. So wird Wien in Reiseführern angepriesen und umschrieben. Ich finde, dass hört sich schon mal sehr gut an und weckt Interesse in dieser Stadt auf Erkundungstour zu gehen. Auch die Statistiken geben viel Aufschlussreiches über Wien preis. 1,6 Mio. Menschen leben dort, mit einem Ausländeranteil von 18 %. Übrigens kommen im Jahr noch über 6 Mio. Ausländer dazu, um die Stadt und ihre Museen und Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Und da sind wir schon beim wesentlichen, Wien und seine Kultur! Bei dem “Überangebot” von nicht weniger als 92 Museen, 67 Theater und 43 Kinos …, wird es mir wahrlich sehr schwer fallen, innerhalb von nur drei Tagen der Stadt und ihrer Kultur gerecht zu werden. Auf meiner derzeitigen, jedoch sicher noch nicht entgültigen Liste, stehen unter anderem das Wien Museum, welches Auskunft über die geschichtliche Entwicklung der Stadt gibt, das Museum für Angewandte Kunst und das Architekturzentrum. Auch reizt mich das MuseumsQuartier Wien, was zu den zehn größten Kulturarealen der Welt gehört. In dem Reiseführer “Nur in Wien” wird auf sonderbare Orte, versteckt Sehenswürdigkeiten und auf geheime Plätze hingewiesen, die Wien noch von einer ganz anderen Seite zeigen. Ich denke, dass Buch von Duncan J.D. Smith, ist empfehlenswert für Leute die längere Zeit in der Stadt verweilen und mehr als nur die Touristenzentren unter die Lupe nehmen wollen. Interessant finde ich auch die Tatsache, dass Wien auch unterirdisch existiert. So gibt es Krypten und Keller, die tief in den Lehm gegraben wurden, um in der zunehmend beengten Stadt zusätzlichen Raum zu schaffen. Seltsam ist nur, dass bei den Kellern mit mehreren Etagen (bis zu fünf sind bekannt) die tiefsten die jüngsten sind. Meine erste Assoziationen mit Wien, waren übrigens das Wiener Schnitzel, die Sacher Torte und der Wiener Walzer. An Beethoven, Mozart, Schubert und Hayden dachte ich im ersten Moment eher nicht. Wien hat eine Vielzahl von berühmten Persönlichkeiten vorzuweisen, wozu auch Gustav Klimt, ein Maler und Jugendstil Genie, Otto Wagner, der als Begründer der Architektur des 20. Jahrhundert gilt und Sigmund Freud zählen. Unvergessen bleibt auch Sisi die Kaiserin. Vergessen hingegen habe ich bestimmt so einige Berühmtheiten, was in Anbetracht unseres eigentlichen Forschungsgegenstandes wohl zweitrangig ist. Ich für meinen Teil, bin jedenfalls schon sehr gespannt auf diese Exkursion, die Stadt und ihre Leute. Und auch darauf, wie sich auch meine persönliche Einstellung ändern wird. Wie werde ich die Stadt nach meinem Besuch dort sehen? In wie weit werden sich die Interessen der Menschen, mit denen in London, Paris, Warschau… decken? Gibt es wirklich Gemeinsamkeiten, gemeinsame Ziele und Ansichten in Europa? Fragen über Fragen, die sich wohl erst in ein paar Wochen beantworten lassen!