Kopenhagen

Kopenhagen – Dänemarks Hauptstadt - hat etwa 500.000 Einwohner und ist somit eine verhältnismäßig kleine Metropole. Gelegen auf der Insel Seeland, hat es eine nahe Anbindung zum Meer und über die erst 2000 eingeweihte Øresundbrücke ist es ein Katzensprung nach Schweden. Schonen in Schweden und Großkopenhagen wachsen mittlerweile regelrecht zu einem großen Kultur- und Wirtschaftsraum zusammen, die Øresundregion.
Das ursprüngliche Kopenhagen ist bis auf wenige Häuser kaum erhalten geblieben, da drei Großbrände 1728, 1795 und Anfang des 19. Jahrhunderts vieles zerstörten. Heute zieren hauptsächlich Bauwerke aus dem 18. Jahrhundert die Stadt. Der Grundriss an sich, also die Stellen, an denen Straßen, Parks und Plätze liegen, hat sich aber seit Anlegung durch diverse Könige kaum verändert. Auch die Enge innerhalb der Kernstadt ist die gleiche geblieben und alle wichtigen Bauwerke sind zu Fuß ohne Probleme zu erreichen.
Jeder Stadtteil in Kopenhagen hat seinen eigenen Torv, den Platz, an dem man sich trifft und Kaffee trinkt. Bei den kleinsten Sonnenstrahlen werden die Stühle herausgeholt und man sitzt draußen – zur Not mit Decke und Heizstrahler. Kinder gehören überall dazu und sind herzlich willkommen, extra Angebote für die Kleinen gibt es eigentlich immer.
Vor allem junge Kopenhagener fahren viel Fahrrad, ein extra Ampelsystem sorgt dafür, dass Fahrrad und Auto auf der Straße perfekt harmonisieren. Auch die neue Metro (erst 2001 eingeweiht!) ist erwähnenswert, da sie fahrerlos funktioniert und zu einer der modernsten der Welt gehört.

Geschichte
Im 13. Jahrhundert entwickelte sich Kopenhagen von einem kleinen, unbedeutenden Fischerei- und Fährhafen zum Knotenpunkt wichtiger Seehandelswege. Der Handel blühte, man erhielt Stadtrecht und ab 1416 residierten hier die Könige. Schon 1443 wurde Kopenhagen Dänemarks Hauptstadt. Christian IV. (1577 bis 1648) gilt als Bauherr der Stadt, da während seiner Regentschaft viele der wichtigsten Gebäude entstanden.

Architektur
In Kopenhagen selbst findet man vier Schlösser: Amalienborg Slot (in dem die Königin Margrethe II mit ihrer Familie lebt), Charlottenborg Slot (heute Kunstakademie), Christiansborg Slot (Sitz des Folketing, des dänischen Parlaments) und Rosenborg Slot (Museum der königlichen Schatzkammer). Die Einkaufsstraße Strøget ist Europas erste autofreie Fußgängerzone (seit 1962) und auch heute noch die längste.
Wahrzeichen der Stadt ist und bleibt wohl die kleine Meerjungfrau (den lille Havfrue) – eine Bronzeskulptur von Edvard Eriksen direkt am Øresund, die 1913 eingeweiht wurde und mittlerweile einige Male den Kopf verloren hat. Vielleicht bekannter als diese ist aber der Vergnügungspark Tivoli, der 1843 eröffnet wurde und mitten in der Kernstadt gelegen ist. Christian VIII. entschloss sich, diesen zu bauen – getreu nach dem Motto „Wenn sich das Volk amüsiert, politisiert es nicht“.
Der „Schwarze Diamant (den sorte Diamant) ist der moderne Teil der königlichen Bibliothek, der 1999 vollendet wurde. Der asymmetrische Kubus aus schwarzem Granit sorgte und sorgt für heiße Diskussionen, ob alt und neu auf einem Raum so eng zusammen passen.
Nicht zu vergessen ist der Freistaat Christiania, der wohl einer der berühmtesten Stadtteile der Welt ist. Anfang der siebziger Jahre von Jugendlichen auf einem vom Militär verlassenen Areal ausgerufen, leben dort heute um die 1000 Bewohner. Das alternative Lebenskonzept und der dort offen praktizierte Verkauf von Haschisch wurden viele Jahre vom Staat als „soziales Experiment“ toleriert – zwischenzeitlich muss Christiania aber immer wieder um das Überleben kämpfen.

Literatur
Besucht man Kopenhagen, begegnet einem an jeder Ecke Hans Christian Andersen. Der berühmte Märchenerzähler lebte viele Jahre in Kopenhagen und verfasste die Geschichten „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Das hässlich Entlein“, „Die kleine Meerjungfrau“, usw. Auch Karen Blixen (1885 bis 1962) zählt zu den wichtigsten dänischen Autoren – sie schrieb Bücher wie „Sieben phantastische Erzählungen“, „Babettes Fest“ und „Afrika, dunkle lockende Welt“. Der Kinoerfolg „Jenseits von Afrika“ erzählt von ihren Jahren als Kaffeefarmerin in Afrika.

Dänisches Design
Dänisches Design ist schlicht, funktional und qualitätvoll. Es geht um das Zusammenspiel von Funktion und Form und Designer bzw. Künstler arbeiten dementsprechend oft mit Handwerkern und Produzenten zusammen. Jedem sind bestimmt Bang & Olufsen geläufig, die hochwertige Fernsehgeräte und Hi-Fi-Anlagen produzieren, die sich durch klare Linien und glatte Fronten auszeichnen.