Unser Weg durch Europa (Lissabon)
Tuesday, December 13th, 2005




Um 12 Uhr begannen wir unseren Weg durch Europa am Rathaus von Lissabon. Im Rathaus fand gerade eine Foto-Ausstellung statt und es gibt mehrere Steintafeln, auf denen die Namen aller bisherigen Bürgermeister festgehalten werden. Das Rathaus wurde 1875 erbaut und besitzt eine neoklassistische Fassade sowie allegorische Figuren im Giebelfeld, die Freiheit, Künste, Wissenschaften, Handel und ähnliches darstellen. Die Deckenbemalung im Inneren stammt von José Malhoa und Columbano Bordalo Pinheiro (beide aus Lissabon).

Da das Rathaus sehr nah am Tejó-Fluss liegt und wir ja sternförmig von Lüneburg weg, also nach Südwesten, laufen mussten, gings also zur Fährstation.
Die Abfahrt war um 12:45 Uhr, die Ankunft 10 Minuten später. Danach ging auf der anderen Seite des Flusses weiter durch Almada: ein Arbeiterviertel, in dem es nicht den aus Lissabon bekannten „Alt-Neu-Mix“ von Häusern gibt, sondern die Fassaden zum Großteil ziemlich verkommen sind. Auf den Straßen ist um die Mittagszeit nur wenig los, da wahrscheinlich alle in der Stadt sind, um zu arbeiten. Die wenigen Leute, die auf der Straße unterwegs waren, kennen und grüßen sich alle gegenseitig und können bei einigen kleinen Straßenhändlern einkaufen (vor allem Obst).
In Bezug auf die Architektur ist uns aufgefallen, dass es hier quasi keine manuelinischen Elemente gibt, die doch eigentlich so typisch für Portugal sind.

Nach 2 Stunden gelangten wir am Fuß der „Christo Rei“- Statue an, sozusagen dem Ziel unserer „Mission“. Sie ist auf einer ca. 110m hohen Erhebung erbaut und misst insgesamt ebenso viele Höhenmeter (Sockel 82m, Statue 28m). Sie wurde 1959 von Papst Johannes XIII. eingeweiht (per Radio-Ansprache). Die Statue symbolisiert, dass Portugal nicht am 2. Weltkrieg teilgenommen hat.

Da wir die Europa-Aufkleber nicht rechtzeitig bekommen haben, aber trotzdem ein Zeichen hinterlassen wollten, mussten wir ein wenig improvisieren (haben wir euch ja schon berichtet).

Wir genossen nach der durch Hitze und Bergen recht anstrengenden Wanderung noch ein wenig den Ausblick. Zum Beispiel auf die „Ponte de 25 Abril“, die die Verbindung für Pendler zwischen Almada und Lissabon bildet.

Svenja Hehlgans


