Europatagebuch

Gerade bin ich “aus Europa zurückgekommen” (der Flieger ist um 14.00 Uhr gelandet). Meine erste Entdeckungsreise hat mich für eine Woche in den äußersten Westen nach Lissabon und Porto in Portugal geführt. Eine äußerst spannende Reise mit vielen europäischen Elementen. Der “Zentrum-Peripherie-Spaziergang” hat genau genommen nur zehn Minuten gedauert, da man unmittelbar das Wasser erreicht. Dennoch: ich habe viel von der Stadt gesehen, sie entdeckt, Unterschiede festgestellt, viele Notizen gemacht. Mein Eindruck in einem Satz zusammengefasst: Die sommerruhende Hauptstadt Portugals (im August sind Ferien und viele Portugiesen nicht vor Ort) wird in den Ballungszentren von westlichen Touristen dominiert und besticht in der Altstadt mit ihrem Labyrinth aus kleinen Gässchen durch ihren “morbiden Charme”.

Nächste Woche geht es in die Schweiz. Natürlich möchte ich mir die Hauptstadt Bern anschauen, aber auch Annika und Sabine in Zürich besuchen. Außerdem arbeiten meine Schwester und ein Freund vor Ort. In zwei Wochen wird es also viel zu entdecken geben.
Am Wochenende bin ich nun erstmal in Paderborn und dann plane ich nach der Schweiz noch London und Paris.
Ganz viele liebe europäische Grüße und bis bald,

Melanie

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Die kulturelle Explosion hält Einzug in die Feuilletons

Anbei ein Artikel aus der BZ.
Viele Grüße
Isabelle

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0616/feuilleton/0033/index.html

Berliner Zeitung 16.06.2009 Feuilleton

UNTERM STRICH: HYPERMODERN
Die Textremisten
Peter Glaser

Es ist schon ein paar Jahre her, dass der hellsichtige Autor und Soziologe Michael Rutschky die Beobachtung gemacht hat, dass scheinbar keiner mehr lesen mag – alle wollen nur noch schreiben. Rutschky muss schon früh das Zeitalter der Blogs heraufdämmern gesehen haben.
Über 130 Millionen Blogs gibt es inzwischen weltweit. Im Schnitt werden innerhalb eines Tages 900 000 neue Beiträge in diesen Netzjournalen verfasst. 1,596 Milliarden Menschen waren im Mai 2009 online – 23,8 Prozent der Weltbevölkerung. Jeder zwölfte Internetbewohner bloggt also und trägt dazu bei, dass eine formidable Textflutwelle an die Bildschirme des Planeten brandet.
Dieser immense Zustrom bedeutet eine immer größere Vielfalt an Meinungen, Informationen, Lesenswertem. Allerdings hat diese Vielfalt einen Preis: Was herkömmlich in den Rubriken von Zeitungen und Zeitschriften und den Programmschemata von Radio- und Fernsehsendern vorgeordnet wurde, wird nun entbündelt. Textatome fliegen uns um die Ohren, als hätte eine kulturelle Nuklearexplosion stattgefunden. Musiker verkaufen im Netz keine Alben mehr, sondern Tracks. Ähnlich geht es nun in der Online-Textwelt zu, in der ein flatterhafter Leser durch riesige Textmengen streift und sich hier und da und dort für einen einzelne Artikel oder eine Geschichte entscheidet.
Um nicht komplett unterzugehen in dieser Übermenge an Geschriebenem, gibt es drei mögliche Strategien: Redaktion, Aggregation und Ignoranz. Ignoranz ist eine der stärksten Waffen im Kampf gegen Überinformation und schenkt uns ein gewisses Gefühl der Souveränität. Redaktion heißt, dass wir nun in der Internet-Ära alle dazu verdammt sind, Journalisten zu sein und ein Gefühl für Qualität zu entwickeln. Und Aggregation heißt, dass aus den Textatomen schnell wieder Moleküle werden – vollautomatisch wie bei Google News oder sorgsam oder spielerisch von Hand, wie es vielfach im Netz bereits geschieht.
Zu den Blogs kommen noch weitere digitale Schreibgelegenheiten wie Facebook mit 200 Millionen Nutzern oder Twitter mit 14 Millionen Nutzern in den USA und etwa 70 000 in Deutschland – und nicht zu vergessen, der Kurztextklassiker SMS. Im Januar 2009 erhielt Greg Hardesty aus dem kalifornischen Silverado Canyon die Handy-Rechnung seiner Tochter Reina. Sie war 440 Seiten lang und verbuchte 14 528 SMS (im Schnitt 484 Kurztexte pro Tag). Hardestys Glück war, dass er eine Flatrate ohne SMS-Begrenzung hat.
Es soll aber niemand glauben, dass die Vielschreiberei ein Phänomen ist, das erst jetzt in der digitalen Ära zum Vorschein kommt. Einer der exzessivsten Proto-Blogger war Buckminster Fuller, der als Architekt und Erfinder des geodäsischen Doms alias Bucky-Balls berühmt wurde. Fuller war in vielerlei Hinsicht extrem. Er war viel mit dem Flugzeug unterwegs, durchquerte entsprechend oft verschiedene Zeitzonen und trug drei Uhren: eine mit der aktuellen Zeit, eine mit der Uhrzeit der Zeitzone, die er gerade verlassen hatte und eine für die Zone, die als nächste kam.
Und Fuller dokumentierte außerdem sein Leben in einer nahezu unglaublichen Ausführlichkeit: Von 1915 an schrieb er 68 Jahre lang alle 15 Minuten einen Eintrag in ein Journal. Manche behaupten, dass es sich dabei um das am umfangreichsten dokumentierte Leben eines Menschen handelt. Als Buckminster Fuller am 1. Juli 1983 starb, hinterließ er 80 laufende Meter an Notizbüchern – er nannte das Projekt sein Dymaxion Chronofile. Das Wort Dymaxion ist eine Markenbezeichnung, die Fuller für verschiedene seiner Erfindungen benutzte. 1928 hatte es der Reklamefachmann Waldo Warren für ihn aus den Begriffen DYNamic, MAXimum und tensION erschaffen; Warren hatte sich bereits durch die Erfindung des Worts “Radio” für das, was zuvor “the wireless” geheißen hatte, einen Namen gemacht.
Die immer eingehenderen Aufzeichnungen, mit denen wir es zu tun haben, werfen ein Problem auf, das der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges in seiner Erzählung “Von der Strenge der Wissenschaft” beschrieben hat. Es geht darin um ein Reich, in dem die Kunst der Kartographie eine solche Vollkommenheit erreicht hat, dass eine Karte entsteht, “die genau die Größe des Reiches hatte und sich mit ihm an jedem Punkte deckte”. Aber eine Karte, die genauso detailliert ist wie die Wirklichkeit, verliert ihre Funktion. Vive la Redaktion!

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Das Goethe-Institut als europäisches Kulturinstitut?

Der Brüsseler Spagat zwischen Eurokratismus und Kulturaustausch

Das Goethe-Institut versteht sich selbst und gilt auch in der Öffentlichkeit als „das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland“. Selbiges in Brüssel wiederum betont in Internetauftritt und Statuten explizit seine zusätzliche Rolle als europäisches Kulturinstitut – eine Aussage, die einerseits irritiert ob der bekanntermaßen primär nationalen Ausrichtung des Goethe-Instituts und andererseits nicht sonderlich verwundert, scheint es doch in Politik und Öffentlichkeit inzwischen „sexy“ geworden zu sein, sich auf Europa und die „gemeinsamen europäischen Werte“ zu berufen. Was aber – neben dem Standortfaktor – macht gerade das deutsche Goethe-Institut in Brüssel zum angeblich europäischen Kulturinstitut?
Zum einen spielen europäische Themen neben deutsch-belgischen Aktivitäten tatsächlich in allen Bereichen des Instituts eine dominante Rolle. Dementsprechend werden Konferenzen und Kulturveranstaltungen immer in Zusammenarbeit mit anderen nationalen und europäischen Institutionen organisiert und unterstützt. Zudem ist das Goethe-Institut Brüssel aktives Mitglied von EUNIC (European Union National Institutes for Culture), einer Partnerschaft nationaler Kulturinstitute aus Europa, die gemeinsame Veranstaltungen und Projekte realisieren. Großprojekte von EUNIC Brussels waren im letzten Jahr beispielsweise ein europäisches Filmfestival, das das ganze Jahr über im Europäischen Parlament veranstaltet wurde, und das Projekt „Alter Ego“, an dem sich Jugendliche aus 22 EU-Mitgliedstaaten beteiligen konnten, indem sie ein doppeltes Portrait von sich und ihrem „Alter Ego“, d.h. einer Person aus einem anderen kulturellen Hintergrund, kreierten. Über die europäisch ausgerichtete Kulturarbeit hinaus agiert das Goethe-Institut Brüssel des Weiteren als interne Vermittlungsstelle zu den europäischen Institutionen: Im Rahmen der „EU-Verbindungsarbeit“ recherchiert es nach EU-Förderprogrammen, berät Goethe-Institute weltweit bei EU-relevanten Fragen und hilft bei der Antragstellung entsprechender EU-Projekte.
Auf der anderen Seite ist das Goethe-Institut Brüssel wie alle anderen Akteure an die Spielregeln der Eurokratenwelt Brüssels gebunden und schreibt diese gleichermaßen fort. Obwohl die vielen auch von den EU-Institutionen organisierten Brüsseler Veranstaltungen im Kulturbereich an sich von einem generellen Bewusstsein für die Wichtigkeit des kulturellen Austauschs in Europa zeugen, zeigt sich doch, dass dem anschließenden Empfang und der damit verbundenen Möglichkeit, wichtige Kontakte zu knüpfen, oft sehr viel mehr Bedeutung beigemessen wird als den Inhalten der vorhergegangenen Konferenz. Vor allem aber sind überwiegend nur solche Leute anwesend, die in den EU-Institutionen und EU-verwandten Bereichen arbeiten und somit sowieso über eine generelle Sensibilisierung für das jeweilige Thema verfügen. Dies gilt auch für eine Veranstaltung wie das oben erwähnte und ansonsten durchaus sinnvolle europäische Filmfestival. Somit haben die zahlreichen Konferenzen, Debatten & Co., die im Kulturbereich und insbesondere 2008 zum „Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs“ in Brüssel organisiert wurden und werden, nur eine sehr bedingte Auswirkung – den eigentlichen Bürger und Träger des kulturellen Kapitals erreichen sie kaum. Dagegen scheinen transeuropäische Projekte, die mit Hilfe von EU-Geldern finanziert werden, ein weitaus größeres Potential an „interkulturellem Dialog“ zu besitzen. Die Vergabe dieser EU-Gelder wird jedoch durch ein so komplexes Konstrukt an verschiedensten Förderprogrammen reglementiert, dass es mitunter sehr schwierig sein kann, überhaupt eine Förderung zu erhalten.
Solche Projekte, die den Bürger in ganz Europa involvieren, sind aber ausschlaggebend dafür, ob das Goethe-Institut Brüssel zusätzlich zu seiner nationalen bzw. bilateralen Ausrichtung tatsächlich als europäisch definiert werden kann. Denn neben der Kooperation mit anderen nationalen und europäischen Partnern, der Beschäftigung mit europäisch relevanten Themen und der Kommunikation mit der Institution EU – alles Aspekte, die das Goethe-Institut Brüssel erfüllt – gilt es vor allem, einen wirklichen Beitrag zum europäischen Erfahrungsaustausch zu leisten – und nicht nur in mehr oder weniger „internen“ Konferenzen darüber zu reden. Es gilt, die Menschen in Europa zu erreichen, sie Europa erfahren zu lassen – und den Mikrokosmos der Politbühne Brüssels zu verlassen. Nur dann macht es Sinn, von einem „europäischen Kulturinstitut“ zu sprechen. Projekte wie „Alter Ego“, an dem das Goethe-Institut Brüssel letztes Jahr beteiligt war, erscheinen diesbezüglich sehr viel versprechend.

Katharina Perge

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Am Puls Europas: Notizen aus Brüssel

Der EU-Reformvertrag wird in diesen Tagen von des Staats- und Regierungschefs in Lissabon angenommen werden. Unter der deutschen Ratspräsidentschaft ist es dem Europäischen Rat im Juni 2007 gelungen ein detailliertes Mandat für eine Regierungskonferenz zur Reform der Europäischen Verträge zu verabschieden.
In dieser Woche hatte ich die Chance bei einer Veranstaltung in Brüssel den Europaabgeordnete Elmar Brok, der als einer der drei Vertreter des europäischen Parlaments an der Regierungskonferenz teil nimmt, zu hören, wie er aus erster Hand vom Fortgang der Konferenz berichtete. Der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Nordrhein-Westfalen, Michael Breuer, ging im Vorfeld auf die Sonderstellung Deutschlands als Mitglied Europas ein. Er betonte, dass man nicht mehr nur auf die Verantwortung, die aus der deutschen Historie erwächst, verweisen könne, sondern, dass es gilt danach zu fragen, was man davon hat Mitglied Europas zu sein. Perspektiven seien auf Ebene der Kultur, im Sozialen sowie in der Arbeitswelt zu finden. Breuer sagte, dass die Nachkriegszeit ad Acta gelegt wird und ein neues Zeitalter für Deutschland beginnt. Demnach besteht die Notwendigkeit, als Europäer neue Meilensteine zu setzen.
In diesem Sinne grüßt Euch aus Brüssel
Eure europäische Mitstudentin
Isabelle Prchlik

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Enjoying Europe!

The editors of the forthcoming project-publication had their summer working session on the 17.07.
Some impressions of the wonderful and productive day!

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Enjoying the sun…

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Working hard…

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Thinking…

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Discussing

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12. Internationaler Kongress der DGS 9. – 12.10.2008

CALL FOR PAPERS: SEKTION KULTURWISSENSCHAFT
Das Konkrete der Kultur. Zur Interdependenz kultureller und künstlicher Intelligenz

Die Frage nach dem Konkreten der Kultur knüpft an nichts Geringeres als an die Frage nach ihrem Ursprung. Mit der künstlerischen Provokation eines Werks jenseits symbolischer Sinnstruktur fokussiert die Konkrete Kunst unser Augenmerk auf die Logik der Formstruktur, sowie auf die wechselseitige Prägung ihrer konstituierenden Zeichenebenen. Auch führende Vertreter der semiotischen Tradition haben die Frage nach den strukturellen Interdependenzen begrifflicher, formaler, materieller Erscheinungsformen vor allem als die Frage nach dem Konkreten der Kultur erörtert. So betrachtete Charles S. Peirce, der Gründer der modernen Semiotik, Semiographie – die Formenlehre – und Semiologie – die Lehre der logischen Entwicklung von Zeichen – als Unterabteilungen einer allgemeinen Wissenschaft der Semeiotik, der Wissenschaft der konkreten Logik von Zeichenphänomenen. Peirce ortete das Konkrete der Kultur in den Prozessen der Umwandlung von Denk- und Entwicklungsphänomenen, und erklärte – ähnlich wie in der Konkreten Kunst -, dass das Konkrete auf der Grundlage der abstrakten geistigen Tätigkeit entsteht und durch die kulturelle Intelligenz kodiert und interpretiert wird.

Das Konkrete der Kultur hat heute vor allem in der Naturwissenschaft Hochkonjunktur: Biosemiotik, Neurowissenschaft, Informatik, Robotik sind einige Beispiele, die sich intensiv mit der Frage nach den formalen, strukturellen sowie semiotischen Besonderheiten der kulturellen Intelligenz auseinandersetzen, um anschließend auf dieser Grundlage und anhand künstlich definierter Modelle das Konkrete der Kultur zu erzeugen. Mit der Gegenüberstellung der kulturellen und künstlichen Intelligenz möchte die Sektion Kulturwissenschaft die Frage nach ihren verbindenden semiotischen Kategorien aufwerfen. Eingeladen sind Beiträge aus den Forschungsbereichen der Biosemiotik, der Robotik, der Informatik, der Kulturwissenschaft, der Anthropologie, der Kunst, die durch konzeptuelle Gegenüberstellungen wie u.a. Welt-Umwelt, Wirklichkeit-Virtualität, künstliche Systeme-künstlerische Systeme, Poetik-Grammatik, die Zeichen der kulturellen und künstlichen Intelligenz vergleichend diskutieren. Ziel der Sektion ist durch den Vergleich von künstlichen Organismen, mechanischen Programme und repräsentationalen Systemen auf der Grundlage semiotischer Kategorien, wie z.B. Kommunikation, Indexikalität, Semiosis, Umwelt etc., das Konkrete der Kultur als die Verkörperung der kulturellen Intelligenz herauszuarbeiten.

näheres unter www.semiotik.eu
Kontakt: kie@europaforschung.org

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